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Ulrich Schaffer: "In der Dichte des Lebens" vor 4 Jahren
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22. April
Erinnerung
Ich kann dir nicht sagen,
was du nicht weißt.
Aber vielleicht kann ich dich erinnern
an das,
was du wußtest
und verlegt hast,
als du erwachsen wurdest,
wie du meinst.
Edit: Ich weiß nicht recht, wohin damit. Denn Schaffer ist nicht nur poetisch. Er handelt auch manchmal Themen ab.
Wencke
Edit: Erschienen im Kreuz Verlag
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Letzte Änderung: 24.04.2008 17:52 von Wencke.
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Aw: Ulrich Schaffer: "In der Dichte des Lebens" vor 4 Jahren
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Ich finde den Text schön, vor allem das "als du erwachsen wurdest, wie du meinst". Es klingt wie ein vergessener Ruf aus der Kindheit. Man entscheidet sich irgendwann bewusst oder vielleicht meist unbewusst, das kindliche Sein abzulegen, ohne hin & wieder nochmal zurückzublicken und doch nochmal "Kind zu sein". Und irgendwann wundert man sich vielleicht, wenn man eigene Kinder hat, dass es einem schwer fällt wieder zu spielen oder sich verrückte Dinge vorzustellen, die sein Kind gerade beschreibt.
Oder in der Badewanne: "Papa, was spielst Du: Die Krake oder die große Spinne?" ... "Wie spielt man bitte eine Krake?"  ... Also mir fällt es nicht häufig nicht so leicht.
Was sagt Euch der Text denn? Würd mich mal interressieren
Gruß Christian
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Aw: Ulrich Schaffer: "In der Dichte des Lebens" vor 4 Jahren
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Jesus hat ja auch gesagt: "Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen."
Vielleicht meinte er, dass wir wieder vertrauensvoller, erwartungsfroher werden sollen.
Nur so ein Gedanke.
Rosalie
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Letzte Änderung: 23.04.2008 19:32 von Rosalie M.
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Aw: Ulrich Schaffer: "In der Dichte des Lebens" vor 4 Jahren
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25. April:
Daß jeder seine eigenen Schmerzen leidet, seine eigene Verzweiflung spürt und am Ende seinen ganz eigenen Tod stirbt, hat etwas seltsam Erschütterndes, aber auch etwas Reines und Befreiendes an sich. Eine jede und ein jeder lebt das eigene Leben. Das ist etwas Klares, Deutliches, und ich schließe daraus, daß ich und nur ich mir das Maß und die Zeit meiner Schmerzen und meiner Freude einteilen muß. Das macht mich frei, mich gegen die Bevormundung zu wehren, weil niemand, sei er mir auch noch so zugetan, niemand mein Leben erleiden und füllen muß. Auch befreit es mich von den Erklärungen, die ich manchmal meinen Mitmenschen schuldig zu sein glaube. Ich bin ein geschlossenes System. Das zu begreifen ist der Anfang jeder Kommunikation. Da beginnt jeder Ausbruch aus der Gefangenschaft in mir selbst. Für mich liegt in dieser Sicht des Menschen etwas, das den Menschen edelt.
P.S.: Ich habe nicht vor, jeden Tag aus dem "Täglichen Nachdenkbuch" zu zitieren.
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Aw: Ulrich Schaffer: "In der Dichte des Lebens" vor 4 Jahren
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Hallo Wencke
Natürlich lebt jeder sein Leben und durchlebt jeder seinen eigenen Schmerz und die eigene Freude. Deine Worte lesen sich aber in der Konsequenz wie ein Rückzug in sich selbst.
Es ist doch etwas wunderbares, gute Freunde zu haben und Freude, aber auch Leid zu teilen. Es soll Menschen geben, die bereit sind auch den Schmerz zu teilen, echte Anteilnahme am Leben des Anderen aufzubringen. Vielleicht ist das ja "Freundschaft" ... unter dem Gesichtspunkt denke ich gerade, dass das Wort "Freundschaft" eigentlich allzu oft gedankenlos verwendet wird. Es gibt nicht viele Menschen, die ich teilhaben lasse. Aber diese sind dafür ein wahrer Schatz.
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Aw: Ulrich Schaffer: "In der Dichte des Lebens" vor 4 Jahren
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Ja, aber Schaffers großes Feindbild ist die Bevormundung.
Und ich habe es oft genug erlebt, dass "wer argumentiert, verliert". Resp. dass andere eine sachlich gemeinte Kritik auf die persönliche Ebene ziehen, um einen in´s Unrecht zu setzen.
In solchen Fällen plädiert Schaffer dafür, sie stehen zu lassen, auch wenn das gegen die gute Kinderstube ist, vor allem auch, weil man dann den Kopf frei hat für die, die´s verdienen.

Wencke
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Letzte Änderung: 25.04.2008 20:09 von Wencke.
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