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Fußspuren im Sand vor 4 Jahren, 1 Monat
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Das Gesicht hab ich letztens gefunden, das gibt einem doch Hoffnung ... ich finds toll.
Fußspuren im Sand
Es war einmal ein Mensch, der träumte, daß er mit dem lieben Gott am Meer entlang wanderte. Über sich am Himmel sah er sein Leben wie einen Film vorüberziehen. Da sah er auch Fußspuren von zwei Wanderern; die eine, so schien ihm, war die des lieben Gottes, die andere war seine eigene. Als der letzte Abschnitt seines Lebens aufleuchtete, blickte er noch einmal zurück auf die Spuren im Sand. Oft war nur die Spur eines einzelnen Wanderers zu sehen, und zwar immer in Zeiten seines Lebens, die ihm als besonders düster und trostlos in Erinnerung waren. Darüber geriet er ins Grübeln, und schließlich sagte er zum lieben Gott: „Als ich mich seinerzeit entschied, mich mit dir auf den Weg zu machen, hast du mir versichert, mir jederzeit beizustehen. In den dunklen Zeiten meines Lebens findet sich nur ein Fußabdruck; ich muß also annehmen, daß du mich immer dann im Stich gelassen hast, wenn ich dich am notwendigsten brauche.“ Da antwortete der liebe Gott: „Mein Freund, ich liebe dich. Ich würde dich nie allein lassen. Durch die Zeiten, in denen du dich allein gelassen fühltest, in denen du nur eine Spur siehst, habe ich dich hindurchgetragen.“
Anonym
(aus dem Amerikanischen von Jürgen Schwarz)
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Aw: Fußspuren im Sand vor 4 Jahren, 1 Monat
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Hallo!
Ich find das gar nicht so toll, ehrlich gesagt.
Denn ich habe dabei ein ähnliches Gefühl der Überrumpelung, wie wenn ein Karl Rahner mir auf den Kopf zusagen würde: "Du warst immer Christ. Zumindest ein anonymer."
Ich weiß, was ich in den Situationen gefühlt habe, in denen ich mich nicht getragen gefühlt habe; und ich möchte mir nicht einreden lassen, dass ich mich ja bloß getragen hätte zu fühlen brauchen; dass das in irgendeiner Weise "besser" gewesen wäre.
Freilich wäre es für mich besser gewesen, wenn ich mich hätte getragen fühlen können, doch dazu brauche ich einen Grund, und zwar just-in-time! Alles andere führt mich von mir weg.
Wenn ich vorgestern nicht geglaubt habe und heute nicht glaube und mir noch den Schweiß von der Stirn wische wegen dem Tiefschlag gestern, und mir wird dann gesagt: "Das hast weniger du überstanden als vielmehr Gott für dich", dann werde ich deswegen morgen noch kein herzhaft glaubender Mensch sein.
Ich sage das, weil mir dieses Gleichnis allzu oft begegnet ist. Ich halte nichts von derart versteckter Gefühlszensur zum Zwecke der Glaubenserweckung.
Wencke
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Letzte Änderung: 19.04.2008 06:42 von Wencke.
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Aw: Fußspuren im Sand vor 4 Jahren, 1 Monat
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Hallöchen
Also ich finde den Text für mich ziemlich schön. Natürlich kann so etwas es auf den einen Menschen passen und ihm gefallen und im nächsten eine Abneigung auslösen, wie es eben bei vielen Dingen ist. Für mich bedeutet es eigentlich nicht, dass Gott für den Menschen die schweren Zeiten durchsteht, nur dass der Mensch auch in schweren Zeiten nie allein gelassen ist.
Nach einem gelebten Leben mit "dem lieben Gott" am Meer langspazieren und mein Leben zieht an mir vorrüber. Ich habe dabei eigentlich ganz angenehme Gedanken. Ich sehe da Situationen, an denen ich nicht gleich zerbrochen bin, die aber die dennoch für mich betrachtet schwer zu meistern waren. Als Christ glaube ich daran, dass Gott bei uns ist. Man hat die schweren Zeiten dennoch überstanden und es kamen wieder bessere Zeiten im Leben. Rückblickend auf das Leben betrachtet, kann das das doch ein schönes Bild sein, dass man nie wirklich allein gelassen ist. Und Menschen die es in ihrem Leben gerade schwer haben und sich allein gelassen fühlen, kann es vielleicht auch Hoffnung geben, dass da jemand ist, der auf sie Acht gibt und sie sieht, auch in schweren Zeiten.
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Letzte Änderung: 20.04.2008 16:06 von Christian.
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Aw: Fußspuren im Sand vor 4 Jahren
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Hallo, Christian!
Ja, mir ist klar, wie ein gläubiger Mensch das empfindet. Erst neulich hab ich irgendwo meine Freude darüber geäußert, dass ich "in meiner gläubigen Zeit" so etwas wie Langmut kennengelernt habe.
Aber ich wollte auch mal den Aspekt beleuchten, dass gerade diese Geschichte bei Versuchen, andere vom Glauben zu überzeugen, häufig als eine Art Wunderwaf... äh - eingesetzt wird.
Für mich war das Erlebnis, zum Glauben zu finden, der erste Schritt heraus aus einem Milieu, in dem es bspw., als es mir mal schlecht ging, nach meiner heutigen Überzeugung verdünntes Bier anstelle einer echten Pflanzenarznei gab, und dessen Ausläufer mir bis vor kurzem noch das Leben schwer machten.
Der zweite Schritt vollzog sich aber nicht in "der" Kirche - und hätte sich nach meiner heutigen Überzeugung auch niemals dort vollzogen, und wenn ich 100 werden würde; denn "die" Kirche ist sooo groß, dass man immer darauf vertrauen kann, dass ein anderer dem Hilfsbedürftigen beisteht.
Sondern er vollzog sich im Internet.
Deshalb bin ich hier.
Lass uns Gemeinde sein, die mit anderen durch Dick und Dünn geht!
Read you!
Wencke
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